Das Geschäft mit ethischem Mammutelfenbein: Beschaffung, Bestimmung und Überprüfung
Unser Artikel „Ist Mammut-Elfenbein legal? Ein Leitfaden für Käufer zu CITES, nationalem Recht und Zoll" legt den rechtlichen Rahmen dar: warum fossiles Mammut-Elfenbein anders behandelt wird als Elefanten-Elfenbein, wo dieser Unterschied gilt und wo nationales Recht ihn überlagert. Die Rechtmäßigkeit ist jedoch nur die erste Frage. Sie stellt fest, dass eine Materialkategorie rechtmäßig gehandelt werden darf. Sie sagt nichts darüber aus, woher ein bestimmter Mammutstoßzahn stammt, wie er in den Handel gelangt ist oder ob derjenige, der ihn verkauft, beides nachweisen kann.
Dieser Artikel befasst sich mit dieser zweiten Frage. Er erläutert, was eine verantwortungsvolle Beschaffung von fossilem Mammut-Elfenbein tatsächlich erfordert, wie ein legitimes Stück Mammut-Elfenbein vom sibirischen Permafrost zu einem dokumentierten Handelsprodukt gelangt und – vor allem – wie ein Käufer jede einzelne Stufe selbst überprüfen kann, statt uns aufs Wort zu glauben.
Er stellt sich zudem unmittelbar den beiden stärksten Einwänden gegen unser Geschäft: dass der Handel mit fossilem Mammut-Elfenbein entgegen dem Anschein lebenden Elefanten schaden könnte, und dass die Art der Gewinnung des Materials die arktische Umwelt schädigt. Wir legen die Belege zu beiden Punkten dar, einschließlich derjenigen, die gegen unsere Position sprechen.
Was „ethisch" hier bedeutet, formuliert als überprüfbare Aussagen
„Ethisch" ist ein Wort, das sich leicht verwenden und schwer überprüfen lässt. Wir ziehen es vor, es als eine Reihe konkreter Aussagen zu definieren, die einzeln geprüft werden können. Für uns bedeutet verantwortungsvoller Handel mit fossilem Mammut-Elfenbein sämtliche der folgenden Punkte:
Das Material stammt vom ausgestorbenen Wollhaarmammut, Mammuthus primigenius, das im Pleistozän lebte und im frühen Holozän vom sibirischen Festland verschwand.
Kein lebendes Tier wurde getötet, verletzt oder gestört, um es zu gewinnen. Das Tier starb Jahrtausende, bevor jemand seine Überreste fand.
Das Material wurde über rechtmäßige Kanäle erworben, und seine Herkunft lässt sich beschreiben.
Die geltenden Ausfuhr-, Einfuhr- und Zollanforderungen wurden erfüllt, und es liegen Unterlagen vor, die dies belegen.
Das Material wird niemals als etwas anderes dargestellt, als es ist, und „Mammut" wird niemals als Bezeichnung für Material einer lebenden Art verwendet.
Beschränkungen des Bestimmungslandes werden beachtet, einschließlich derjenigen, die Mammut-Elfenbein verbieten.
Jeder dieser Punkte ist eine Tatsachenbehauptung, zu der ein Verkäufer befragt werden kann. Genau darum sind sie so formuliert.
Warum dieses Material rechtlich anders ist
Nur kurz, da unser begleitender Artikel dies vollständig behandelt. Mammuthus primigenius ist ausgestorben und erscheint in keinem CITES-Anhang, weshalb CITES für den internationalen Handel mit Mammut-Elfenbein weder Genehmigung noch Bescheinigung verlangt. Dies ist eine Aussage allein über CITES. Nationales, einzelstaatliches, provinzielles Recht sowie Zoll-, Fossilienschutz- und Biosicherheitsrecht können weiterhin gelten und tun dies auch – Indien und Israel verbieten den Handel in ihrem gesamten Hoheitsgebiet, und sieben US-amerikanische Rechtsordnungen beschränken ihn.
Die maßgebliche und häufig verwischte Unterscheidung besteht zwischen drei getrennten Fragen. Ist die Art in CITES gelistet? Ist der Handel nach dem Recht des betreffenden Landes rechtmäßig? Und kann der Verkäufer die Herkunft genau dieses Stückes nachweisen? Ein Händler, der nur die erste beantwortet, beantwortet nicht die Frage, die ein sorgfältiger Käufer tatsächlich stellt.
Woher das Material stammt
Die Mehrzahl der Wollhaarmammut-Kadaver wird in Sibirien gefunden. Nach Angaben des CITES-Sekretariats stammen etwa 80 % des in der Russischen Föderation gewonnenen fossilen Mammut-Elfenbeins aus der Republik Sacha (Jakutien). Unser Material kommt aus dem nordsibirischen Permafrost, vornehmlich aus Jakutien.
Die Sammlung dort ist lizenzpflichtig. Rechte zur Gewinnung paläontologischen Mammutfauna-Materials werden über ein auf Republikebene verwaltetes Lizenzsystem erteilt, im Rahmen der russischen Bodenschatzgesetzgebung und der besonderen Gesetzgebung der Republik Sacha (Jakutien). Ein Sammler registriert ein abgegrenztes Areal und erhält dafür eine Lizenz. Indigene Gemeinschaften können innerhalb dieses rechtlichen Rahmens als Lizenzinhaber teilnehmen und tun dies auch. Veröffentlichte Zahlen vermitteln einen Eindruck vom Umfang: 2023 wurden in Jakutien 781 Lizenzen für die Gewinnung von Mammutstoßzähnen und anderen Mammutüberresten erteilt, gehalten von 117 Nutzern in fünfzehn arktischen und nördlichen Bezirken, mit den größten Konzentrationen in den Bezirken Ust-Jansk und Abyi. Die Erlangung der erforderlichen Genehmigungen soll etwa zwei Dutzend einzelne Bescheinigungen umfassen und rund 50.000 Rubel kosten.
Zwei Merkmale des russischen Rahmens sind von Bedeutung, weil sie häufig missverstanden werden. Nach russischem Recht dürfen nur Mammutstoßzähne rechtmäßig geborgen werden, die auf natürliche Weise an die Oberfläche gelangt sind – in der Regel durch das Auftauen des Permafrosts. Und die Ausfuhr ist getrennt von der Sammlung geregelt, nach russischen Rechtsvorschriften über die Ein- und Ausfuhr von Kulturgütern, mit dem Kulturministerium als zuständiger Behörde. Stoßzähne unterliegen einer Begutachtung zur Feststellung ihres kulturellen und wissenschaftlichen Wertes.
Die russische Regelungslage ist nicht statisch: Bundesgesetzgebung in diesem Bereich befindet sich seit mehreren Jahren in Entwicklung, und ein Käufer, der die aktuelle Lage benötigt, sollte sich nicht auf eine kommerzielle Website verlassen, auch nicht auf unsere.
Verantwortungsvolle Gewinnung und der Permafrost
Ein Artikel, der das Wort „ethisch" verwendet, muss den Umwelteinwand selbst behandeln, statt zu warten, bis ihn jemand anderes erhebt.
Der Bericht des CITES-Sekretariats von 2025 über Mammut-Elfenbein benennt das Problem unmissverständlich. Russisches Recht erlaubt ausschließlich die Bergung von Stoßzähnen, die auf natürliche Weise an die Oberfläche gelangt sind. Das Sekretariat hält jedoch fest, dass manche Sammler diesen Vorgang beschleunigen, indem sie den Permafrost mit Hochdruckschläuchen aufspülen, was die Zerstörung und den Verlust von Permafrost beschleunigen und örtliche Flusssysteme verschmutzen kann. Es weist ferner darauf hin, dass das Auftauen von Permafrost mit Hochdruckpumpen in den Permafrostschichten eingeschlossenes Kohlendioxid und Methan freisetzen kann, und dass, wenn Sammler die Stoßzähne entnehmen und den übrigen Kadaver zurücklassen, durch Verwesung weitere Treibhausgase freigesetzt werden können. Der Antrag zur Listung des Mammuts auf der CoP18 führte dasselbe Argument an.
Wir bestreiten dies nicht, und wir werden nicht behaupten, dass jede Praxis, die historisch mit diesem Handel verbunden war, umweltverträglich sei. Das ist sie nicht.
Doch es gibt eine Frage, die selten gestellt wird, wenn die Umweltwirkung der Gewinnung von Mammut-Elfenbein erörtert wird, und sie entscheidet darüber, ob die Sorge verhältnismäßig ist: Welchen physischen Umfang hat diese Tätigkeit im Vergleich zu den anderen Formen der Ressourcengewinnung, die in derselben Landschaft stattfinden?
Der Maßstab der Landschaft
Nach dem offiziellen Arktisportal der Russischen Föderation umfassen die arktischen Gebiete der Republik Sacha (Jakutien) 1.608.800 Quadratkilometer – etwa die Hälfte der Gesamtfläche der Republik von 3.103.200 Quadratkilometern und rund ein Drittel der gesamten arktischen Zone Russlands. Zum Vergleich: Deutschland umfasst etwa 357.600 Quadratkilometer.
Allein die arktische Zone Jakutiens ist damit etwa viereinhalbmal so groß wie Deutschland. Die Republik insgesamt ist rund achteinhalbmal so groß wie Deutschland. Die dreizehn Bezirke der arktischen Zone haben zusammen etwa 68.000 Einwohner – gegenüber 83 Millionen in Deutschland auf einer viereinhalbmal kleineren Fläche.
Demgegenüber ist die lizenzierte Mammutsammeltätigkeit bemerkenswert dünn gesät. Die veröffentlichten Zahlen für 2023 verzeichnen 781 Lizenzen für die Sammlung von Mammutstoßzähnen und anderen Mammutüberresten, gehalten von 117 Nutzern in fünfzehn arktischen und nördlichen Bezirken. Dies sind Lizenzinhaber und keine Zählung der im Gelände tätigen Personen, sodass die Zahl der physisch Beteiligten höher liegt. Doch die Tätigkeit ist eindeutig klein und weit verstreut: einige wenige lizenzierte Sammler, die ein Gebiet durchqueren, das viereinhalbmal so groß ist wie Deutschland, auf der Suche nach Material, das der auftauende Boden bereits freigelegt hat.
Das macht eine schädliche Gewinnungsmethode an der Stelle, an der sie angewandt wird, nicht akzeptabel. Es bedeutet aber, dass die Wirkung gegen das abgewogen werden muss, was sonst auf demselben Boden geschieht.
Was sonst auf demselben Boden geschieht
Jakutien ist eine der bedeutendsten Bergbauregionen Russlands, und die Umweltbilanz dieser Industrie ist in begutachteter Forschung dokumentiert und nicht von uns behauptet.
Eine Studie von 2022 in Land über die Bergbauindustrie der Republik Sacha und die ökologische und soziale Sicherheit indigener Völker verzeichnet großflächige Störungen der Erdoberfläche und die Verschmutzung von Gewässern und nennt dabei die Flüsse Wiljui, Daldyn, Malaja Botuobija, Adytscha, Allach-Jun, Seligdar und Chroma. Sie hält fest, dass 131.500 Hektar Wald durch den Wiljui-Stausee überflutet wurden, was die Phenolkonzentration auf der gesamten Länge des Flusses erhöhte. Sie stellt fest, dass mehr als die Hälfte des Gebiets von Jakutien nördlich des 62. Breitengrades durch hohe Anfälligkeit gegenüber technogenen Einwirkungen gekennzeichnet ist und dass sich diese Anfälligkeit von Süden nach Norden verdoppelt.
Eine frühere Bewertung der Region ergab, dass zerstörerischer Diamanten- und Goldbergbau in Sacha über 25.000 Hektar Land vernichtet hat und dass diese verwüsteten Flächen mangels Finanzierung ohne Rekultivierung geblieben sind.
Der Vergleich wird schärfer, wenn man betrachtet, wo die jeweilige Tätigkeit stattfindet. Dieselbe Land-Studie verzeichnet, dass Seifengold – mehr als 500 Kilogramm jährlich – im arktischen Jakutien in den Bezirken Ust-Jansk, Moma, Werchojansk und Bulun gewonnen wird. Ust-Jansk ist zugleich der Bezirk mit der größten Konzentration von Mammutsammellizenzen. Im selben Bezirk, im selben Permafrost, trägt eine Industrie gefrorenen Boden in großem Maßstab ab und verarbeitet ihn, um Metall zu gewinnen, während eine andere lizenzierte Sammler aussendet, um Stoßzähne aufzunehmen, die der Boden bereits freigegeben hat.
Dieses Muster ist nicht auf Jakutien beschränkt. Eine Satellitenstudie zum Goldbergbau in der Kryolithozone der benachbarten Oblast Magadan ergab, dass sich im Bezirk Tenka die Fläche gestörter Böden zwischen 2001 und 2021 mehr als versiebenfacht hat, und identifizierte alluviale Goldlagerstätten als Hauptquelle von Schwebstoffen in den Flüssen Berelech, Ajan-Jurjach und Kolyma.
Die Forstwirtschaft fügt eine weitere Ebene hinzu, bezogen auf Russland insgesamt. Jährlich gehen rund zwei Millionen Hektar Wald durch Holzeinschlag und Landrodung verloren. Die russische Bundesforstbehörde verzeichnete allein 2014 18.400 Fälle illegalen Holzeinschlags mit einem Gesamtvolumen von mehr als 1,3 Millionen Kubikmetern, und unabhängige Untersuchungen des russischen Fernen Ostens haben ergeben, dass der illegale Einschlag wertvoller Laubhölzer das zwei- bis vierfache des zulässigen Volumens erreicht, wesentlich getrieben durch die Exportnachfrage.
Hier ist Vorsicht geboten, denn die Versuchung zur Übertreibung ist real. Wir haben keine verlässlichen Belege für die konkrete Behauptung gefunden, dass jährlich Hunderte Hektar jakutischen Waldes illegal geschlagen und nach China verkauft werden, und eine jüngere Stellungnahme des jakutischen Umweltministeriums weist darauf hin, dass jakutisches Holz derzeit auf dem Inlandsmarkt abgesetzt und nicht nach China exportiert wird. Wir erheben diese Behauptung nicht. Das dokumentierte Muster großflächigen illegalen Holzeinschlags für den Export betrifft den weiteren russischen Fernen Osten, insbesondere die Region Primorje, und nicht speziell das arktische Jakutien.
Warum der Vergleich von Bedeutung ist
Ebenso wenig können wir einen sauberen zahlenmäßigen Vergleich der Treibhausgasemissionen anbieten. Keine glaubwürdige Studie beziffert die Gesamtemissionen, die der Bergung von Mammutstoßzähnen in Jakutien zuzurechnen sind, und stellt sie den Emissionen aus Bergbau, Forstwirtschaft, Straßenbau, Bränden oder klimabedingtem Permafrost-Auftauen gegenüber. Wer Ihnen diese Zahl anbietet, hat sie erfunden. Was die Belege sehr wohl belegen, ist der relative physische Flächenbedarf, und dort ist der Unterschied nicht geringfügig.
Die Bergung von Mammut-Elfenbein zieht aus einem Grund unverhältnismäßige Aufmerksamkeit auf sich, der mit ihrem Umfang nichts zu tun hat. Sie ist ungewöhnlich, visuell eindrücklich und leicht vorstellbar: ein Mensch mit einem Schlauch, ein prähistorischer Stoßzahn, ein Loch im gefrorenen Boden. Das ergibt ein einprägsames Foto. Industrieller Seifenbergbau über Zehntausende Hektar oder der jährliche Verlust von zwei Millionen Hektar Wald lässt sich weniger gut fotografieren und wird von weitaus größeren wirtschaftlichen Interessen verteidigt.
Wir argumentieren nicht, dass die Schäden anderer Industrien schlechte Praxis in unserer entschuldigen. Das tun sie nicht. Der Punkt ist enger gefasst und, wie wir meinen, schwerer zu bestreiten: Die Umweltdiskussion über Mammut-Elfenbein sollte nach demselben Beweis- und Verhältnismäßigkeitsmaßstab geführt werden, der für jede andere Form der Ressourcengewinnung in der Arktis gilt, statt diese eine isoliert zu behandeln, weil sie auffällig ist.
Die nützlichen Fragen lauten nicht, ob die Bergung eines Mammutstoßzahns die Umwelt schädigen kann – das kann sie eindeutig, je nach Methode. Sie lauten: Wie groß ist die Tätigkeit, welche Fläche wird tatsächlich gestört, welche Methode wurde angewandt, war der Vorgang lizenziert, und wie verhält sich ihr Flächenbedarf zu dem, was sonst im selben Bezirk geschieht?
Unser eigener Maßstab ist einfach. Das russische Recht unterscheidet die Sammlung natürlich freigelegten Materials von einer Gewinnung, die Bergbau oder andere Arbeiten umfasst, und die zerstörerischen hydraulischen Methoden, die das CITES-Sekretariat beschreibt, liegen außerhalb dessen, was das Gesetz erlaubt. Die eigene Feststellung des Sekretariats lautet, dass der Handel selbst zwar rechtmäßig ist, die Gewinnung jedoch häufig illegal erfolgt, ohne Genehmigungen oder Einhaltung der Vorschriften. Wir beziehen über identifizierbare, rechtmäßige, lizenzierte Handelskanäle und unterstützen keine unlizenzierte oder zerstörerische Gewinnung. Dies ist eine Aussage über unsere Lieferkette und nicht über die Branche insgesamt, und ein Käufer ist berechtigt, jeden Lieferanten – auch uns – um deren Erläuterung zu bitten.
Die Herkunftskette
Für rechtmäßig gesammeltes kommerzielles Mammut-Elfenbein aus Jakutien verläuft die Lieferkette im Wesentlichen wie folgt.
Ein Mammutstoßzahn oder Bruchstücke davon werden an der Oberfläche auf einem lizenzierten Areal gefunden. Sie werden von einem russischen Exportunternehmen erworben und zusammengeführt und unter russischen Ausfuhrunterlagen exportiert, nachdem sie einer Begutachtung unterzogen wurden. Sie treffen in Deutschland ein und werden durch den deutschen Zoll abgefertigt, wodurch Einfuhrunterlagen entstehen. Sie gelangen in unseren Bestand, wo sie gereinigt, getrocknet und aufbereitet werden. Sie werden gegen eine Handelsrechnung verkauft, die das Material und seine Herkunft beschreibt, und unter vollständigen Zollunterlagen aus Deutschland ausgeführt.
Jede Stufe erzeugt Unterlagen. Wir führen die Einfuhr- und Zollunterlagen für unseren eigenen Bestand und stellen dem Käufer die transaktionsbezogenen Unterlagen zur Verfügung. Die Herkunft wird in diesem Handel auf Ebene der Sendung und des Unternehmens dokumentiert, nicht auf Ebene des einzelnen Exemplars, und ein Verkäufer, der behauptet, einen bestimmten Stoßzahn bis zu einem namentlich benannten Sammler auf einem benannten Areal zurückverfolgen zu können, überzeichnet, was das System hergibt.
Nützt oder schadet Mammut-Elfenbein den Elefanten?
Dies ist die ernsthafte Frage, und sie verdient eine ernsthafte Antwort statt einer Behauptung. Das Argument gegen uns lautet: Fossiles Mammut-Elfenbein und Elefanten-Elfenbein ähneln einander, folglich bietet Mammut-Elfenbein Deckung für das Einschleusen von Elefanten-Elfenbein, folglich hält der Mammuthandel die Elefantenwilderei aufrecht. Dieses Argument wird in der begutachteten Fachliteratur vertreten und war Grundlage eines förmlichen Antrags, das Mammut in die CITES aufzunehmen.
Die Frage wurde inzwischen unmittelbar vom CITES-Sekretariat untersucht. Beschluss 19.102, angenommen auf der CoP19 im Jahr 2022, beauftragte das Sekretariat, Informationen über den möglichen Beitrag des Handels mit Mammut-Elfenbein zum illegalen Handel mit Elefanten-Elfenbein und zur Elefantenwilderei zusammenzutragen. Das Sekretariat berichtete dem Ständigen Ausschuss im Februar 2025 im Dokument SC78 Doc. 65.7. Seine Feststellungen sind die maßgeblichste zu dieser Frage verfügbare Quelle.
Zur Frage, ob das Einschleusen weit verbreitet ist, kam das Sekretariat zu dem Schluss, dass zwar Fälle berichtet wurden, in denen Elefanten-Elfenbein fälschlich als Mammut-Elfenbein bezeichnet wurde, die verfügbaren Informationen und Studien jedoch darauf hindeuten, dass das Ausmaß dieser Praxis begrenzt und die Falschbezeichnung nicht weit verbreitet ist und sich überwiegend auf kleine bearbeitete Gegenstände auf örtlich begrenzten Inlandsmärkten beschränkt.
Zur Auswirkung auf den Artenschutz kam es zu dem Schluss, dass weder die Antworten auf seine Notifikation an die Vertragsparteien noch die verfügbaren Studien eindeutige Belege dafür liefern, dass der Handel mit Mammut-Elfenbein die Erhaltung von Elefanten in den Verbreitungsstaaten beeinträchtigt. Es ging weiter: Die verfügbaren Informationen scheinen darauf hinzudeuten, dass der Anstieg des Handels mit Mammut-Elfenbein dazu beigetragen haben könnte, Preis und Nachfrage für Elefanten-Elfenbein zu senken und damit die negativen Auswirkungen auf Elefantenpopulationen zu verringern.
Der dahinterstehende ökonomische Mechanismus ist quantifiziert und begutachtet. Farah und Boyce modellierten 2019 in Environment and Development Economics die Wirkung des russischen Mammut-Elfenbein-Angebots auf die Elefantenwilderei. Das Sekretariat fasst ihren Befund dahingehend zusammen, dass ohne die 80 Tonnen russischen Mammut-Elfenbeins, die von 2010 bis 2012 jährlich exportiert wurden, die Preise für Elefanten-Elfenbein sich hätten verdoppeln und die Wildereizahlen hätten steigen können. Es hält ferner ihre Schätzungen fest, dass eine Tonne russischer Mammut-Elfenbein-Exporte die Beschlagnahmen von Elefanten-Elfenbein um 0,4 bis 1,1 Tonnen verringert und dass jede Tonne Exporte den Preis für Elefanten-Elfenbein um etwa 1,50 US-Dollar je Kilogramm senkt. Das Sekretariat weist zudem darauf hin, dass das CITES-Programm MIKE Mammut-Elfenbein als Kovariate in Angebot und Nachfrage von Elefanten-Elfenbein behandelt und dass die Preise für Mammut-Elfenbein mit den Schwarzmarktpreisen für Elefanten-Elfenbein korrelieren.
Dies ist der Substitutionsmechanismus, wie er modelliert wurde. Wo Mammut-Elfenbein als Ersatz für Elefanten-Elfenbein wirkt, kann ein zusätzliches legales Angebot den Preis des illegalen Produkts und den Nachfragedruck darauf senken. Das Ausmaß dieser Wirkung hängt vom Verbraucherverhalten, vom Vollzug und davon ab, inwieweit die beiden Materialien einander tatsächlich ersetzen.
Zwei Vertragsparteien äußerten sich in ihren Zuschriften unmittelbar zu dieser Frage. China, einschließlich der Sonderverwaltungsregion Hongkong, erklärte, das Einschleusen von Elefanten-Elfenbein als Mammut-Elfenbein sei unbedeutend und werde selten festgestellt, bestätigt durch Ladenkontrollen und Markterhebungen, und vertrat die Auffassung, dass der Handel mit Mammut-Elfenbein keinen Beitrag zur illegalen Tötung von Elefanten leiste. Kanada erklärte, es gebe keine Belege dafür, dass der Handel mit Wollhaarmammut-Elfenbein die Erhaltung von Elefanten in den Verbreitungsstaaten beeinträchtige. Eine von Robin des Bois vorgelegte Erhebung des französischen Marktes ergab, dass in Frankreich keine Beschlagnahmen von bearbeitetem Elefanten-Elfenbein verzeichnet wurden, das betrügerisch als Mammut-Elfenbein ausgewiesen war, und dass das Risiko bei rohem Mammut-Elfenbein noch geringer erscheint.
Nun die Gegenseite, fair dargestellt. Das Sekretariat hielt auch Bedenken fest, dass der Nutzen vorübergehend sein könnte, da Mammut-Elfenbein keine erneuerbare Ressource ist und die Nachfrage nach Erschöpfung des Angebots zu Elefanten-Elfenbein zurückkehren könnte. Es dokumentierte tatsächliche Fälle von Falschbezeichnung, darunter ein Geschäft in New York, in dem 126 Gegenstände aus Elefanten-Elfenbein im Wert von 4,5 Millionen US-Dollar gefunden wurden, die als Mammut-Elfenbein ausgewiesen waren. Es stellte fest, dass die Unterscheidung von Mammut und Elefant schwierig wird, wenn Elfenbein zu gebogenen oder gefärbten Erzeugnissen verarbeitet wird, und dass Elefanten-Elfenbein bisweilen gezielt verfärbt wird, um Mammut zu ähneln, wobei dann ein DNA-Test die einzige zuverlässige Methode sein kann. In den Jahren 2024 und 2025 veröffentlichte Studien zur Entwicklung von Raman-Spektroskopie, Stabilisotopen- und DNA-Verfahren sind ausdrücklich durch dieses Anliegen motiviert.
Die redliche Lesart lautet so. Die Belege stützen einen echten Substitutionseffekt, auch wenn dessen Ausmaß und die Gesamtfolgen für den Artenschutz weiterhin umstritten sind. Auch das Einschleusungsproblem ist real. Verbesserte Bestimmungsmethoden verringern dieses Risiko, indem sie den Artenaustausch leichter erkennbar machen, doch Bestimmung wirkt nur im Zusammenspiel mit Dokumentation und wirksamem Vollzug. Das spricht für strenge Praxis auf jeder Stufe und ist kein Grund, den Einwand abzutun.
Warum wir die CITES-Position für richtig halten
Das Sekretariat gelangte auch zu dieser Frage zu einem Ergebnis, und es stützt unsere Position unmittelbarer, als wir selbst es könnten. In Anbetracht der Untersuchungsergebnisse führte es aus, dass die Aufnahme von Mammut-Elfenbein in CITES-Anhang II nur begrenzten Nutzen hätte und sogar kontraproduktiv sein könnte, da eine solche Aufnahme Marktteilnehmer davon abhalten könnte, Mammut-Elfenbein als Ersatz für Elefanten-Elfenbein zu verwenden, was unbeabsichtigt zu einer Zunahme des illegalen Handels mit Elefanten-Elfenbein und der Elefantenwilderei führen könnte. Es fügte hinzu, dass internationale Genehmigungspflichten für eine ausgestorbene Art den Vertragsparteien neue administrative und finanzielle Belastungen auferlegen und begrenzte Mittel vom Schutz lebender gefährdeter Arten vor nicht nachhaltigem internationalem Handel abziehen würden. Das Sekretariat bekräftigte zudem, dass die Aufnahme einer ausgestorbenen Art in die CITES-Anhänge außerhalb des CITES-Mandats liegt.
Unsere eigene, klar als solche gekennzeichnete Auffassung: Nach mehr als 25 Jahren in diesem Handel stimmen wir zu. Eine Listung brächte Mammuts keinen unmittelbaren Erhaltungsnutzen, da die Art ausgestorben ist. Befürworter argumentieren, sie könnte lebenden Elefanten gleichwohl mittelbar nützen, indem sie das Einschleusen erschwert. Wir halten die bessere Antwort auf dieses Risiko für eine strenge Artbestimmung, Dokumentation und einen Vollzug, die sich auf die lebende geschützte Art richten, statt für CITES-Kontrollen einer ausgestorbenen. Leser sollten die gegenteilige Literatur selbst abwägen.
Erwähnenswert ist, wozu dem Ständigen Ausschuss eine Empfehlung nahegelegt wurde: dass Vertragsparteien, die Mammut-Elfenbein aus- und einführen, die von ihnen vorgesehenen innerstaatlichen Regelungsmaßnahmen strikt anwenden, und dass Vertragsparteien mit inländischen Elfenbeinmärkten diese engmaschig überwachen, um jeden Versuch zu erkennen, zu verhindern und zu ahnden, Elefanten-Elfenbein als Mammut-Elfenbein einzuschleusen oder falsch zu bezeichnen. Das ist der Maßstab, an dem wir uns verstehen.
Was unsere Kunden uns berichten
Etwas, das wir unmittelbar berichten können, wenngleich es Beobachtung und nicht Datenerhebung ist. Über die Jahre hat uns eine erhebliche Zahl unserer Kunden – Messermacher, Hersteller von Musikinstrumentenbauteilen, Büchsenmacher, Graveure, Scrimshaw-Künstler, Juweliere und Restauratoren – berichtet, dass sie von anderen Elfenbeinarten, mit denen sie zuvor gearbeitet hatten, zu fossilem Mammut-Elfenbein gewechselt sind. Die genannten Gründe sind durchweg dieselben: die natürliche Färbung der Mammut-Rinde, die in keinem anderen Material vorkommt und sich nicht nachbilden lässt; die Dichte und Stabilität gut getrockneten Materials; die begleitende Dokumentation; und, immer wieder, der besondere Charakter der Arbeit mit einem Material aus der Eiszeit.
Wir berichten dies als Kundenrückmeldung aus unserem eigenen Handel, nicht als Umfragedaten.
Warum die Bestimmung wichtig ist und was sie belegt
Weil Mammut- und Elefanten-Elfenbein einander ähneln können, ist die korrekte Bestimmung nicht bloß eine geschäftliche Feinheit – sie ist das, was den Vollzug der Beschränkungen für Elefanten-Elfenbein überhaupt ermöglicht. Dies wird ausführlich in „How to Identify Genuine Mammoth Ivory (and Spot Fakes)" behandelt, und wir wiederholen es hier nur im Kern.
Der CITES-Bestimmungsleitfaden für Elfenbein und Elfenbeinersatzstoffe unterscheidet die beiden Materialien anhand des Schreger-Winkels, wobei Mammut-Elfenbein einen Winkel von weniger als 90° und Elefanten-Elfenbein von mehr als 115° aufweist. In kontrollierter Diskriminanzanalyse unter Verwendung von Merkmalen des Schreger-Musters zusammen mit Angaben zur Position innerhalb des Stoßzahns wurden Proben von Mammut und heutigen Elefanten mit mehr als 99 % Genauigkeit getrennt; fehlen Angaben zur Position, ist die Genauigkeit geringer. Es handelt sich um ein wissenschaftliches Bestimmungsinstrument, nicht um einen rechtlichen Test, und es sollte nicht als Einzelmessung an einer einzigen Fläche angewandt werden.
Die Bestimmung stützt sich in der Praxis auf Stoßzahnmorphologie, die Zementschicht, Dentinstruktur, Mineralisierung, Vergrößerung und, wo Wert oder Zweifel es rechtfertigen, auf Laboranalytik – Raman-Spektroskopie, FTIR, DNA-Sequenzierung oder Radiokarbondatierung. Jeder Kunde kann ein bei uns erworbenes Stück auf eigene Initiative und eigene Kosten unabhängig untersuchen lassen, und wir unterstützen das.
Was unsere Dokumentation belegt – und was nicht
Dieser Abschnitt existiert, weil Überzeichnung der schnellste Weg ist, einen aufmerksamen Leser zu verlieren.
Wir können ein deutsches Ursprungszeugnis liefern, das auf unseren Antrag von der Industrie- und Handelskammer (IHK) ausgestellt wird, und wir verfügen über eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), die bestätigt, dass Mammuthus primigenius auf keiner CITES-Liste erscheint. Jedem Verkauf liegt eine Handelsrechnung bei, die das Material beschreibt und die Art vollständig benennt.
Was diese Dokumente nicht leisten:
Ein Ursprungszeugnis weist den angegebenen Ursprung nach. Es ist keine wissenschaftliche Authentifizierung eines Exemplars und keine Rechtmäßigkeitsbescheinigung. Es bescheinigt keine zolltarifliche Einreihung.
Die BfN-Unbedenklichkeitsbescheinigung bestätigt den CITES-Status der Art. Sie ist keine Einfuhrgenehmigung und betrifft keine nationale Beschränkung.
Keines der beiden Dokumente ist eine CITES-Genehmigung oder -Bescheinigung. CITES verlangt für Mammuthus primigenius keine solchen Unterlagen, da die Art nicht in den CITES-Anhängen gelistet ist.
Nichts davon setzt das Recht des Bestimmungslandes außer Kraft. Dokumentation bezeichnet Material; sie macht eine Einfuhr nicht rechtmäßig, wo das Bestimmungsland sie verbietet.
Eine Fotografie allein belegt die Art nicht, und eine einzelne Schreger-Winkelmessung sollte nicht als schlüssig behandelt werden.
„Fossil" bedeutet nicht automatisch „unbeschränkt".
Transparenz über die Grenzen macht die Dokumente glaubwürdiger, nicht weniger glaubwürdig.
Die Aufbereitung, und warum sie nicht bloß eine Produktionsgeschichte ist
Mammut-Elfenbein tritt aus dem Permafrost mit Feuchtigkeit und Sediment zutage, die es über Zehntausende von Jahren gehalten hat. Sobald es dieser Umgebung entnommen wird, beginnt es, sich den Umgebungsbedingungen anzugleichen, und weil Elfenbein anisotrop ist – es bewegt sich längs der Faser anders als quer dazu –, erzeugt unkontrollierte Trocknung innere Spannungen, die Risse öffnen. Langsame, kontrollierte Trocknung verringert diese Spannungen. Dies ist eine materialwissenschaftliche Begründung und keine Werbeaussage, und deshalb trocknen unsere weißen Mammut-Elfenbein-Segmente in der Regel mindestens fünf Jahre unter kontrollierten Bedingungen, bevor sie verkauft werden.
Bei der Verarbeitung werden die äußere Rindenschicht vom inneren Kern getrennt und beschädigtes Material entfernt. Dabei anfallende Verschnittstücke und gefilterter Elfenbeinstaub werden gesammelt und, wo technisch geeignet, als Ausgangsmaterial für die Stabilisierung verwendet. So wird Material, das andernfalls verworfen würde, einer sinnvollen Verwendung zugeführt.
Material wird als natürlich, restauriert oder stabilisiert verkauft, und diese Begriffe sind zu unterscheiden. Die Restaurierung repariert oder rekonstruiert beschädigte Bereiche eines Stoßzahns; die Stabilisierung verfestigt Risse, poröse Bereiche oder Hohlräume, in der Regel mit Harz unter Vakuum. Keine der beiden Behandlungen verändert die biologische Identität des zugrunde liegenden Materials – ein restaurierter Mammutstoßzahn bleibt fossiles Mammut-Elfenbein –, doch beide sollten offengelegt werden, und jedes Stück unseres stabilisierten Materials ist als solches beschrieben. Die Unterschiede sind in „Natural vs Restored Mammoth Tusks" dargelegt.
Wie Sie jeden Anbieter von Mammut-Elfenbein prüfen können
Statt Sie um Vertrauen zu bitten, hier, wie Sie jeden Anbieter in diesem Handel prüfen können, auch diesen.
Fragen Sie nach der vollständigen wissenschaftlichen Bestimmung der Art. Fragen Sie nach der Herkunftsregion und danach, wie das Material in den Bestand des Verkäufers gelangt ist. Bitten Sie den Verkäufer zu bestätigen, dass die Fotografien das tatsächlich zum Verkauf angebotene Stück zeigen und dass sich das Stück physisch in seinem Bestand befindet. Fragen Sie, ob eine Handelsrechnung mit Materialbeschreibung ausgestellt wird. Fragen Sie, welche Zollunterlagen vorliegen und welche die Sendung begleiten werden. Fragen Sie, ob ein Ursprungszeugnis verfügbar ist. Fragen Sie, ob das Stück natürlich, restauriert oder stabilisiert ist. Fragen Sie nach Handelsregisternummer, Anschrift und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Unternehmens und überprüfen Sie diese unabhängig. Fragen Sie, welche Beschränkungen in Ihrem eigenen Land gelten.
Ein etablierter Fachhändler sollte auf diese Fragen klare Antworten geben und genau erläutern können, was jedes Dokument belegt – und was nicht. Ein Verkäufer, der nur antwortet, das Material sei „legales Mammut-Elfenbein", hat die Frage nicht beantwortet.
Das Wesentliche
Verantwortungsvoller Handel mit Mammut-Elfenbein lässt sich nicht allein durch das Wort „Mammut" belegen. Er erfordert die korrekte Artbestimmung, rechtmäßige Beschaffung, eine dokumentierte Handelskette, zutreffende Zollanmeldungen und die Einhaltung des Rechts des Bestimmungslandes. Keine einzelne Bescheinigung belegt all dies. Ein Käufer sollte einen Anbieter daher an der vollständigen dokumentarischen und tatsächlichen Kette messen und nicht an einem einzelnen Dokument oder einer einzelnen Behauptung.
Bei Fragen schreiben Sie uns bitte eine E-Mail: info@arcticantiques.com
Bibliographie:
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