Verarbeitung Stabilisierter Mammutmolaren
Wie Mammutelfenbein lässt sich auch stabilisierter Mammutmolar in verschiedenen Luxusprodukten verwenden, etwa in maßgefertigten Griffschalen, Waffengriffen, exklusiven Restaurierungsarbeiten, Intarsien, Komponenten für Musikinstrumente, Schmuck und dergleichen.
Allgemeine Hinweise
Erstens gilt dieser Leitfaden speziell für stabilisierte Mammutmolaren (oder -backenzähne), nicht für Mammutelfenbein. Natürliche fossile Mammutmolaren sind weitaus zerbrechlicher als natürliches fossiles Mammutelfenbein (einschließlich Mammutrinde). Jedes Stück Mammutmolar erfordert eine professionelle Stabilisierung, damit Kunsthandwerker es verarbeiten können. Die Arbeit mit natürlichem Mammutelfenbein ist deutlich leichter, einfacher und risikoärmer als die Arbeit mit stabilisierten Mammutbackenzähnen. Siehe unseren Leitfaden, wie man Mammutelfenbein schneidet.
Zweitens behandelt dieser Leitfaden nur kurz einige Aspekte der Arbeit mit diesem Material. Es gibt viele verschiedene Werkzeuge, Fertigkeiten und Verarbeitungstechniken. Dieser Artikel hebt die allgemein wesentlichen Punkte hervor und ist sich der Vielfalt innerhalb dieses Kundsthandwerks bewusst.
Struktur
Ein stabilisierter Mammutmolar - sei es ein ganzer Mammutbackenzahn oder ein Teil eines Zahns, ein vorgeschnittener Block oder Griffschalen - ist ein schwer zu verarbeitendes Material. Die natürliche Struktur eines Mammutmolars besteht aus drei verschiedenen Materialien: Zahnschmelz (äußere Schicht), Dentin (Kern) und Zement (Bindesubstanz). Es ist dieser Kontrast zwischen dem sehr harten Zahnschmelz und dem weicheren umgebenden Gewebe, der dem Material sein außergewöhnliches, gestreiftes, mosaikartiges Aussehen verleiht.
Aufgrund der heterogenen Struktur besteht bei der Bearbeitung stets eine gewisse Wahrscheinlichkeit von Absplitterungen und Rissen.
Warum er stabilisiert werden muss
Nach Zehntausenden von Jahren im sibirischen Permafrost ist fossiler Molar oft porös und zerbrechlich – das weichere Dentin und der Zement können kreidig oder bröckelig sein. Für sich genommen würde roher Molar unter dem Werkzeug absplittern und auseinanderfallen. Eine professionelle Stabilisierung löst dies: Das Stück wird mit einem speziell angemischten Flüssigharz imprägniert, das in der Regel unter Vakuum und/oder Druck tief in die Poren eingezogen und anschließend ausgehärtet wird. Das Ergebnis ist ein fester, haltbarer Block, der zusammenhält, während Sie ihn schneiden, formen und polieren. Unsere Auswahl an stabilisiertem Mammutmolar ist auf diese Weise vorbereitet und somit verarbeitungsbereit.
Es ist von größter Bedeutung, dass die Mammutbackenzähne professionell und nach höchstem Standard stabilisiert wurden.
Bohren
Da Mammutmolar Zahnschmelz enthält – eines der härtesten biologischen Materialien –, ist er für das Werkzeug erheblich abrasiver als Mammutelfenbein.
Das Bohren eines stabilisierten Mammutzahns ist anspruchsvoll, aber möglich. Entlang des Bohrwegs wechseln sich harter Zahnschmelz und weicheres Knochengewebe ab. Dies kann entweder dazu führen, dass der Bohrer zur Seite abrutscht, oder dazu, dass sich der Zahnschmelz selbst nicht durchbohren lässt. Es wird empfohlen, einen hartmetallbestückten Bohrer zu verwenden und mit hoher Drehzahl zu bohren. Das Bohren mit hoher Drehzahl minimiert das Risiko, dass sich der Bohrer im Stück verklemmt.
Um Absplitterungen beim Bohren zu minimieren, müssen Sie auf die Dicke der zu bohrenden Stücke achten.
Wenn Sie ein Stück bohren müssen, das dünner als 10 mm ist, müssen Sie die Rückseite des Stücks verstärken, bevor Sie fortfahren. Eine dünne Trägerplatte (zum Beispiel ein g10-Spacer), die sorgfältig mit Sekundenkleber (Cyanacrylat) auf die Rückseite des Stücks geklebt wird, erfüllt diesen Zweck. Stellen Sie vor dem Aufkleben der Trägerplatte sicher, dass beide Oberflächen absolut sauber, gerade und eben sind. Nach dem Bohren können Sie das Stück direkt befestigen, ohne den Spacer zu entfernen.
Etwas einfacher ist der Vorgang, wenn Sie ein Stück bohren müssen, das dicker als 10 mm ist. Messen und markieren Sie sorgfältig alle Seiten und projizieren Sie die genauen Richtungen der zu bohrenden Löcher. Bohren Sie von jeder Seite etwas tiefer als bis zur Mitte. Ziel ist es, dass die Löcher fluchten und sich im Inneren des Stücks treffen, denn so lassen sich Absplitterungen vermeiden.
Schleifen
Es wird empfohlen, einen hochwertigen Bandschleifer oder eine Bandschleifmaschine zu verwenden. Um das Auftreten von „Wellen" am fertigen Produkt zu vermeiden, empfiehlt es sich, stabilisierten Mammutmolar mit einer starren Unterlage unter dem Schleifpapier zu schleifen.
Im ersten Schritt können Sie mit einem Schleifpapier der Körnung 40 beginnen. Dies ist ein grober Abtrag, der nur dazu dient, die Hauptmasse zu entfernen. Wenn Sie sich der endgültigen Form allmählich nähern, können Sie zu einer Körnung 60 oder 80 wechseln. Je feiner das Schleifkorn, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass ein Stück aus dem stabilisierten Mammutmolar ausbricht. Die Bandgeschwindigkeit kann in diesem Stadium reduziert werden, während die Körnung feiner wird. Behalten Sie die Erwärmung des Materials im Auge und achten Sie auf den Verschleiß des Bandes.
Bei jedem Bearbeitungsschritt können kleine Risse oder Spalten auftreten. Die beste Abhilfe hierfür ist die Verwendung eines hochwertigen Sekundenklebers (Cyanacrylat). Füllen Sie alle Risse, Hohlräume und Spalten sorgfältig aus. Geben Sie Sekundenkleber hinzu, bis er mit der Oberfläche bündig ist. In diesem Stadium sind Geduld und sorgfältiges Feinarbeiten erforderlich. Sie können eine Feile verwenden, vorzugsweise mit feiner Hiebteilung, um die Oberfläche zu ebnen.
Staubschutz
Beim Schleifen von stabilisiertem Mammutmolar entsteht feiner Staub – sowohl aus dem fossilen Material als auch aus dem ausgehärteten Harz. Dieser Staub ist lungengängig und darf nicht eingeatmet werden.
- Tragen Sie eine gut sitzende Partikelmaske (mindestens FFP2 / N95; FFP3 / P100 für das feine Schleifen bevorzugt).
- Nutzen Sie eine Staubabsaugung am Werkzeug und sorgen Sie für eine gute Belüftung.
- Tragen Sie einen Augenschutz. Nass zu arbeiten, sofern Ihr Aufbau dies zulässt, ist die wirksamste Methode zur Staubkontrolle.
Bei weiteren Fragen oder wenn Sie zusätzliche Erläuterungen wünschen, schreiben Sie uns bitte: info@arcticantiques.com
Bibliografie
- Locke, M. (2008). „Structure of ivory." Journal of Morphology, 269(4), 423–450. [Zahngewebe: Zahnschmelz, Dentin, Zement]
- Espinoza, E. O., & Mann, M.-J. (1991). Identification Guide for Ivory and Ivory Substitutes. WWF & U.S. Fish & Wildlife Service. [Struktur des Rüsseltier-Zahnmaterials; Zementschichtung]
- Canadian Conservation Institute. Care of Ivory, Bone, Horn and Antler (CCI Notes 6/1); Conservation of Wet Faunal Remains (CCI Notes 4/3). [Porosität und Konsolidierung von fragilem fossilem Zahn-/Knochenmaterial]
- U.S. NIOSH respirator classifications (N95/P100); European Standard EN 149 (FFP2/FFP3). [Atemschutz für Feinstaub]
- Health and Safety Executive (HSE, UK). COSHH-Leitlinien zu lungengängigem Staub und Absaugung an der Entstehungsstelle. [Staubkontrolle]
Hinweis: Die Stabilisierung durch Vakuum-/Druck-Harzimprägnierung ist gängige Praxis im Messerbau und in der Materialstabilisierung; die Werkzeughinweise spiegeln die etablierte handwerkliche Praxis für die Bearbeitung von zahnschmelzhaltigem Fossilmaterial wider.